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Reviews: Jamie Hoo-ever
Jamie
Hoover
Jamie Hoo-ever
Loaded Goat
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Not Lame (US)
Amazon (US)
CD Baby (US)
Music Utopia (UK)
From
Home of Rock Web Site (Germany)
In den letzten Wochen und Monaten tauchen gehäuft Cover-Alben auf.
Paul Weller, Thea Gilmore, BEAUTIFUL SOUTH fallen mir spontan ein. Ganz
gleich was die jeweiligen Künstler antrieb, bei Jamie Hoover, dem Kopf
der THE SPONGETONES, war es schlicht und einfach die Liebe zu diesen
Songs. Melodien, die eine mehr oder weniger grosse Rolle in seinem Leben
spielen und ihn zum Schwelgen, zum Lachen und zum Weinen bewogen haben.
Jamie Hoover, seit über zwanzig Jahren im Geschäft und als extrem
umtriebig bekannt, arbeitete neben seinen SPONGETONES-Aktivitäten als
Sänger, Gitarrist, Engineer und Produzent für und mit Leuten wie Don
Dixon, THE SMITHEREENS, Graham Parker, Bill Lloyd und HOOTIE & THE
BLOWFISH.
Sein aktuelles Album nun ist ein gut zusammengefügtes Puzzle aus älteren
Aufnahmen, die er im Laufe der Zeit für diverse Tribute-Alben
beisteuerte und einigen neu produzierten Titeln, die ihm quasi auf der
Seele lagen.
"Diese Songs sind mir sehr wichtig. Sie sind der Grund weshalb ich Musik
machen möchte" (Zitat Hoover). Musikversessenheit als Triebfeder für die
eigene Arbeitswut. Kommt mir bekannt vor...
So zog sich Jamie zurück in sein eigenes Home-Studio und erfüllte
seinen künstlerischen Auftrag, indem er dreizehn nicht gar so bekannte
Pop-Tunes auf seine persönlich gefärbte Art neu interpretierte.
Da findet sich neben Offensichtlichem wie TRAVELLING WILBURY'S Handle
with care, das durch eine leichte Reggae-Infusion zu neuem Leben erweckt
wird, auch etwas Skurrileres wie das in Deutschland wohl recht
unbekannte Pop-Zuckerchen Sukiyaki Rokosuke ei, das Jamie mit
tatkräftiger japanischer Unterstützung von Rina Hersey in der Original-Landessprache
tiriliert. Pop as Pop can be, wirklich schön.
George Harrisons It's only a northern song ist trotz einiger mehr
Gitarrenspuren nicht weit vom BEATLES Original entfernt. Was allerdings
nicht schadet, denn es war, ist und bleibt ein guter Song.
Einem von Hoovers grossen Favoriten, Todd Rundgren, wird mit dem
höchst eingängigen Izzat Love ein kleines Denkmal gesetzt. Jamies
Version klingt hier wie ein aus guten alten HALL & OATES-Tagen hinüber
geretteter Song.
Dem Songwriter Bob Lind huldigt Jamie mit einer ebenfalls stark am
Original angelehnten Version seines Elusive butterfly. Hoover entzieht
diesem typischen Hippie-Ära Schmetterling die Streicherarrangements und
lässt ihn unbeschwert fliegen. Lieblich.
Es finden sich noch weitere schöne Melodien auf diesem Album, die
letztendlich der typischen Jamie Hoover Behandlung unterzogen wurden:
Nicht zu weit weg vom Original, denn ein Pop-Song sollte auch einer
bleiben und die, möglicherweise zeitweilig etwas übertriebene Garnierung
mit reichlich übereinander gestapelten Background-Vocals, die zwar immer
klasse klingen, aber dem Hörer manchmal den Eindruck vermitteln, Jamie
habe in seinem Heimstudio die eine oder andere Stunde zu intensiv über
den Gesangsarrangements gebrütet. Da fragt man sich irritiert, ob Jamie
gelegentlich dem Eifer eines überambitionierten Gesangs-Freak erlegen
ist. Bei dem exzellenten A-Capella Stück You were on my mind macht die
"Wall of vocals" allerdings mehr als Sinn.
So bleibt das Album ein erfreuliches Geschenk für melodieverliebte
Pop-Fans alter Schule, die sich nicht schämen einen Song auf offener
Strasse mitzuträllern, einfach weil es Spass macht.
Unbeschwert in den Tag, so das Motto dieser Scheibe.
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